Die Magie
Die Rückkehr der Magie
Vor dem Wandel existierte Magie nicht – zumindest gibt es keine glaubwürdigen Aufzeichnungen, die ihre Existenz belegen. Die Menschheit beherrschte die Welt durch Wissenschaft, Elektrizität und Technologie. Städte reichten bis in die Wolken, Maschinen verrichteten nahezu jede Arbeit und künstliche Intelligenzen lenkten ganze Nationen. Die Natur hingegen wurde immer weiter verdrängt.
Mit dem Untergang der alten Zivilisation änderte sich jedoch etwas Grundlegendes.
Ruinen versanken unter uralten Wäldern, deren Bäume älter wirkten als die Geschichte selbst. Flüsse begannen in unnatürlichen Farben zu schimmern, Berge veränderten ihre Form und ganze Landstriche verschwanden hinter Nebeln, aus denen nur selten jemand zurückkehrte. Tiere wurden größer, fremdartiger oder entwickelten einen beinahe menschlichen Verstand. Manche Menschen wurden mit Fähigkeiten geboren, die jeder Naturgesetze zu widersprechen schienen.
Andere kehrten aus den Wäldern nie wieder als Menschen zurück.
Niemand weiß, weshalb dies geschieht.
Der Äther
Gelehrte nennen die Kraft, aus der alle Magie hervorgeht, den Äther. Doch dieser Name beschreibt lediglich das Unbekannte.
Priester behaupten, der Äther sei der letzte Atem sterbender Götter. Andere glauben, er sei nichts weiter als die offene Wunde einer Welt, die sich seit dem Wandel niemals vollständig erholt hat. Keine dieser Theorien konnte je bewiesen werden. Fest steht nur, dass der Äther den gesamten Planeten durchdringt.
Er fließt nicht sichtbar durch die Welt, doch überall hinterlässt er Spuren. Wo seine Konzentration besonders hoch ist, beginnen die Gesetze der Natur zu zerfallen. Wälder wachsen innerhalb weniger Monate über ganze Städte hinweg. Pflanzen treiben Blüten aus Fleisch und Knochen. Tiere verändern ihre Gestalt über Generationen hinweg – oder innerhalb weniger Nächte.
Selbst Zeit und Raum scheinen an manchen Orten nicht mehr zuverlässig zu sein.
Kein Lebewesen erschafft den Äther. Jeder Magier, jede Dryade und jeder Drache greift lediglich auf eine Kraft zurück, deren Ursprung niemand versteht.
Leylinien
Der Äther bewegt sich durch ein Netz unsichtbarer Ströme, die als Leylinien bekannt sind. Manch einer sieht sie als Adern der Welt, andere als Narben. Wo mehrere Leylinien aufeinandertreffen, verdichtet sich der Äther zu einer kaum kontrollierbaren Macht. Solche Orte verändern alles, was sich zu lange in ihrer Nähe aufhält.
Pflanzen wachsen unnatürlich schnell. Tiere entwickeln neue Instinkte. Menschen berichten von Stimmen, die aus dem Boden zu ihnen sprechen.
Viele der ältesten Siedlungen entstanden an diesen Orten, weil ihre Macht ebenso begehrt wie gefürchtet wurde. Der Weltenbaum Avalons und die Drachenhorte Skaldraths gelten bis heute als zwei der mächtigsten bekannten Knotenpunkte.
Wer kann Magie wirken?
Nicht jeder besitzt die Fähigkeit, Magie bewusst zu kontrollieren.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Gruppen.
Geborene Magier
Einige Menschen kommen bereits mit einer natürlichen Verbindung zum Äther zur Welt. Diese Gabe ist außerordentlich selten und folgt keiner Blutlinie. Stormhold versucht, jeden bekannten Magier unter seine Kontrolle zu bringen – aus Angst vor dem, was ungebundene Magier werden könnten.
Magische Völker
Einige Völker besitzen Magie als natürlichen Bestandteil ihres Körpers.
Dazu gehören unter anderem:
- High Fae
- Dryaden
- Drachen
- Vampire
- Banshees
Artefaktmagier
Selbst Menschen ohne eigene Verbindung zum Äther können Runen, Relikte oder verzauberte Artefakte verwenden. Sie wirken keine eigene Magie, sondern lenken lediglich Kräfte, die längst in den Gegenständen gebunden wurden.
Preis der Magie
Der Äther fordert Macht. Jeder Zauber hinterlässt Spure - manche sind sichtbar, andere nicht.
Zu den häufigsten Folgen gehören körperliche Erschöpfung, Fieber, innere Blutungen oder dauerhafte Schäden des Nervensystems. Doch dies sind lediglich die Wunden, die sich erkennen lassen.
Viele verlieren, nach übermäßiger Nutzung, nach und nach Erinnerungen an ihr früheres Leben. Manche hören Stimmen, die niemand sonst wahrnimmt. Andere können Traum und Wirklichkeit nicht mehr voneinander unterscheiden.
Wer den Äther über viele Jahre hinweg zu tief in sich aufnimmt, beginnt sich selbst zu verändern. Haut wird zu Rinde, Knochen zu Kristall oder Blut zu schwarzem Nebel. Nur wenige überleben lange genug, um zu berichten, was aus ihnen geworden ist.