Religion
Der Glaube in der bekannten Welt
Seit der Rückkehr der Magie existiert keine einzelne Religion, die von allen Völkern gleichermaßen verehrt wird. Zwar besitzt jedes Reich seine eigenen Bräuche, Götter und Rituale, doch viele Glaubensvorstellungen teilen denselben Ursprung. Fast alle Kulturen glauben, dass die Welt von uralten Mächten durchzogen wird, die bereits existierten, lange bevor die Menschheit entstand.
Während Stormhold an einen ordnenden Schöpfer glaubt, verehren die Fae die Natur selbst. Die Drachen sehen ihre Ahnen als göttliche Hüter der Welt, und die Vampire betrachten das Blut als heiliges Geschenk ihrer ersten Blutlinie. Trotz dieser Unterschiede überschneiden sich viele religiöse Vorstellungen und gehen oftmals ineinander über.
Religion ist in der heutigen Welt weit mehr als nur Glaube. Sie bestimmt Gesetze, Traditionen, politische Machtverhältnisse und den Umgang mit Magie.
Die Naturgeister
Nahezu alle Völker erkennen die Existenz der Naturgeister an. Diese Wesen gelten als Verkörperungen der natürlichen Ordnung und leben überall dort, wo der Äther besonders stark ist. Alte Wälder, Seen, Berge oder Höhlen besitzen häufig ihren eigenen Geist, der über diesen Ort wacht.
Naturgeister nehmen unzählige Gestalten an. Manche erscheinen als Menschen mit tierischen Merkmalen, andere bestehen vollständig aus Nebel, Licht oder Pflanzen. Einige zeigen sich niemals direkt und machen ihre Anwesenheit lediglich durch ungewöhnliche Naturphänomene bemerkbar. Sie gelten weder als gut noch als böse. Ein Naturgeist schützt sein Gebiet, solange dieses respektiert wird. Wer jedoch heilige Orte entweiht, Wälder niederbrennt oder Flüsse vergiftet, zieht häufig seinen Zorn auf sich. Besonders Avalon lebt seit Jahrhunderten in enger Verbindung mit diesen Wesen.
Der Ahnenkult
Fast alle Kulturen verehren ihre Vorfahren. Man glaubt, dass Verstorbene nicht vollständig verschwinden, sondern als Seelen im Äther weiterexistieren. Manche wachen über ihre Familien, andere beschützen Städte oder ganze Königreiche. Aus diesem Grund besitzt die Ahnenverehrung in nahezu jeder Gesellschaft einen hohen Stellenwert.
Viele Häuser führen Stammbäume über Jahrhunderte hinweg. Bedeutende Persönlichkeiten erhalten eigene Grabmäler, Statuen oder Hallen der Erinnerung. Besonders in Skaldrath und Sangravia gelten die Ahnen als ständige Begleiter ihrer Nachkommen. Vor wichtigen Entscheidungen bitten viele Familien ihre Vorfahren um Rat oder Opfergaben.
Die Götter
Ob tatsächlich Götter existieren, konnte bislang niemand beweisen. Dennoch glauben die meisten Völker an höhere Mächte. Diese unterscheiden sich jedoch von Reich zu Reich erheblich.
- Stormhold verehrt den Sonnengott Solis, den Schöpfer allen Lebens, sowie mehrere Heilige, die als Vorbilder für Mut, Ehre und Gerechtigkeit gelten.
- Avalon kennt keine allmächtigen Götter. Stattdessen verehren die Fae den Weltenbaum, die Natur und die uralten Kräfte des Äthers.
- Die Drachen Skaldraths glauben, dass die ersten Urdrachen direkt aus den Sternen hervorgingen und noch heute als göttliche Hüter über die Welt wachen.
- Sangravia sieht das erste Blut als heilige Quelle allen vampirischen Lebens. Die ältesten Blutlinien besitzen beinahe religiösen Status.
- Kael'Thyr kennt zahlreiche dunkle Kulte, wobei viele Drow weniger an Götter als an Wissen, Macht und Schicksal glauben.
Tempel und Heiligtümer
Jede Religion besitzt ihre eigenen heiligen Orte.
- In Stormhold dominieren gewaltige Kathedralen und Klöster.
- Avalon errichtet nur selten steinerne Tempel. Dort gelten uralte Wälder, Lichtungen oder Seen als heilige Stätten.
- Skaldrath nutzt monumentale Berghallen und Höhlen, deren Säulen direkt aus dem Fels geschlagen wurden.
- Sangravia verehrt seine Ahnen in Kathedralen, Krypten und weitläufigen Gruftanlagen.
- Kael'Thyr errichtet seine Heiligtümer häufig tief unter der Erde oder innerhalb verlassener Ruinen.
Priester und Gelehrte
Die Aufgaben religiöser Führer unterscheiden sich stark zwischen den Reichen.
Priester führen Zeremonien durch, segnen Ehen, begleiten Beerdigungen und bewahren das Wissen ihrer Religion.
- In Stormhold besitzen sie häufig auch politische Macht und beraten den König.
- Die Druiden Avalons verstehen sich eher als Hüter der Natur als als Geistliche.
- In Skaldrath übernehmen oft die ältesten Drachen oder Runenmeister religiöse Aufgaben.
- Die Vampire Sangravias kennen sogenannte Blutpriester, welche die Stammbäume der Clans bewahren und über uralte Rituale wachen.
Rituale
Religion begleitet sämtliche wichtigen Lebensereignisse.
Geburten werden gesegnet, Ehen durch Schwüre besiegelt. Verstorbene erhalten feierliche Bestattungen.
Viele Rituale unterscheiden sich jedoch erheblich.
- Die Fae pflanzen häufig einen jungen Baum zur Geburt eines Kindes.
- Drachen ritzen ihren Namen in uralte Steintafeln.
- Vampire bewahren das Blut Verstorbener innerhalb ihrer Familiengrüfte auf.
- Stormhold entzündet während Begräbnissen ewige Kerzen, die den Verstorbenen den Weg ins Jenseits weisen sollen.
Der Tod
Nahezu alle Kulturen glauben, dass der Tod nicht das Ende darstellt. Die Seele kehrt nach ihrem Tod in den Äther zurück. Dort bleibt sie entweder bei ihren Nachfahren oder wird Teil der natürlichen Ordnung. Manche Gelehrte vermuten sogar, dass die Seelen Verstorbener letztlich die Naturgeister nähren oder irgendwann in neuer Gestalt wiedergeboren werden. Beweise hierfür existieren jedoch nicht. Untote gelten deshalb fast überall als schwere Entweihung der natürlichen Ordnung. Selbst in Sangravia wird wahllose Nekromantie kritisch betrachtet.
Magie und Religion
Für die meisten Kulturen widersprechen sich Magie und Religion nicht. Magie wird vielmehr als Geschenk oder Werkzeug höherer Mächte angesehen. Viele Tempel stehen auf Leylinien. Priester beherrschen Heilmagie. Runen schützen heilige Stätten. Nur Stormhold unterscheidet streng zwischen erlaubter und verbotener Magie. Blutmagie, Nekromantie und dämonische Rituale gelten dort als schwere Verbrechen gegen Gott und Krone.
Glaube im Alltag
Religion begleitet den Alltag nahezu aller Bewohner.
Vor Reisen sprechen viele ein kurzes Gebet. Schmiede segnen ihre Werkzeuge. Bauern bringen den Naturgeistern kleine Opfer dar. Soldaten tragen geweihte Anhänger. Händler entzünden Kerzen für ihre verstorbenen Vorfahren. Selbst jene, die sich nicht als gläubig bezeichnen, meiden heilige Orte oder alte Schreine aus Respekt – oder aus Angst, die dort wirkenden Kräfte zu erzürnen.